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16. Oktober 2026

Ada Freund: GRASP

Die Tanzrecherche-NRW-Stipendiatin Ada Freund (Helsinki, Finnland) lädt ein zu einer öffentlichen Präsentation ihrer Recherche.

 

„Was vergänglich ist, ist vielleicht nicht das Objekt selbst, sondern die Aufmerksamkeit, die wir ihm schenken.“
– Philosoph Carlo Rovelli

 

GRASP ist ein interdisziplinäres Rechercheprojekt der Tanzrecherche-Stipendiatin Ada Freund aus Helsinki, das Bewegung, Klang und Projektionsdesign miteinander verknüpft, um zu erforschen, wie Zeit durch Sinneserfahrungen wahrgenommen wird. Ausgehend von der Verbindung zur Schwebebahn entfaltet sich das Stück als sensorische Umgebung, in der die Schwebebahn zur Metapher für Zeit wird: wechselnde Rhythmen, Bilder und körperliche Zustände. Die schwebende Struktur der Bahn wird zu einer zentralen Metapher – gleichzeitig in linearer Bewegung verankert und in Ungewissheit schwebend.

 

GRASP lädt das Publikum ein, Zeit zu erleben, die eher gefühlt als gemessen wird. Das Werk verweilt in Zwischenzuständen – dort, wo Vergangenheit und Zukunft sich überschneiden und wo die Wahrnehmung fließend wird. Durch seine visuelle und klangliche Landschaft reflektiert GRASP das menschliche Verlangen, die Zeit zu kontrollieren, und offenbart zugleich ihre inhärente Instabilität. Es betrachtet Zeit nicht nur als Dauer, sondern als etwas, das von der Umgebung, der Erinnerung sowie kollektiven Rhythmen und Energien geprägt wird.

 

Das Stück legt den Schwerpunkt auf ökologischen Wandel und kulturelle Transformation, indem es Zeit nicht bloß als Maßeinheit betrachtet, sondern als ein wahrnehmungsbezogenes und politisches Konstrukt, das unser Handeln, unser Leben und unsere Beziehung zur Umwelt prägt. Bei Veränderung geht es nicht nur darum, das Bestehende neu zu ordnen, sondern auch darum, Beziehungen, zeitliche Dimensionen und Wahrnehmungsweisen zu überdenken. Die Arbeit schlägt vor, Zeit als Schlüsselelement zu betrachten, um die Wahrnehmung für Sehnsüchte zu öffnen – als befreiende Kraft für den Wandel.

 

Konzept, Choreografie und Tanz: Ada Freund & Julie Pollet
Komposition, Sounddesign: Maja Prill
Videodesign: Menni Renvall

 

Freitag, 16. Oktober 2026
19:30 Uhr
Tickets: wuppertal-live.de

 

 

 

Das internationale Stipendienprogramm Tanzrecherche NRW ermöglicht Tänzer:innen, Performer:innen und Choreograf:innen mehrwöchige Residenzen für themenbezogene, produktionsunabhängige Recherchen.

 

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